Andere Berichte

George Floyd und Polizeigewalt

Berfin Polat - 31. Mai 2020

Aufgrund der aktuellen Ereignisse in den USA rund um die grausamen Taten gegenüber des Afroamerikaners George Floyd möchten wir, die DIDF-Jugend-Linz, über die allgemeine Polizeigewalt, die sich in den letzten Jahren stark gehäuft hat, und über den Amts- und Machtmissbrauch in den USA, aber auch hier bei uns in Österreich/Deutschland, sprechen.

Rest in power: George Floyd!

Zunächst einmal, wer war George Floyd?

Floyd war ein 46-jähriger Afroamerikaner, der am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam.

Wie kam es dazu?

Laut Angaben der „Zeit“ sollen Angestellte eines Lebensmittelladens die Polizei gerufen haben, nachdem ein Kunde mit gefälschtem Geld bezahlen wollte. Laut Polizeiangaben soll jener Kunde unter Drogeneinfluss gestanden sein. Diese Aussage wurde bisher aber nicht bestätigt. Zudem soll der Verstorbene während der Festnahme physische Gewalt angewendet haben. Überwachungsvideos und ein von einem Smartphone aufgenommenes Video einer Passantin beweisen jedoch, dass es sich hierbei um eine widerstandslose Festnahme seitens Floyds handelt.

Was ist geschehen?

Der 46-jährige wurde von einem Polizisten zu Boden gedrückt, dieser rammte ihm zudem sein Knie in den Hals. Und obwohl Floyds Hilfeschreie „I can’t breathe“ (Ich kann nicht atmen) und „I’m about to die“ (Ich sterbe) ließ der Polizeibeamte sieben qualvolle Minuten lang nicht los. Erst als die Rettungswägen eintrafen weichte der Polizist von Floyds Körper ab. Der Afroamerikaner starb anschließend im Krankenhaus.

Was danach geschehen ist

Georges Tod hat nicht nur in den Vereinigten Staaten für Aufruhr gesorgt. Die ganze Welt ist zu Tränen bewegt, unzählige Proteste und Demonstrationen prägen zu diesen Zeiten unseren Alltag.Die afroamerikanische Bevölkerung in den USA setzte zudem weitere Zeichen durch ihre Proteste, Aufstände und Demonstrationen gegenüber der amerikanischen Polizei. Nicht das erste, aber hoffentlich das letzte Mal. Ein Wunsch den die Afroamerikaner schon seit Jahrzehnten haben. In vielen Städten wurde randaliert, Schaufenster und Autos wurden zerstört. Ein deutliches Zeichen dafür, wie entsetzt die Bevölkerung über die wiederholten Machtmissbräuche höherer Ämter sind.Traurig, aber wahr ist es, dass die Geschehnisse rund um Floyd einem weißen Amerikaner bisher in der Geschichte nicht wiederfahren sind. Rassistische Vorfälle sind keine Neuheit. Schon seit jeher werden Menschen und Menschengruppen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ihrem Aussehen, ihrer sexuellen Orientierung und sonstigen Gründen ausgegrenzt, vertrieben und ermordet.In den letzten Tagen wurden auch in Deutschland und Europa viele Fälle von rassistischer oder polizeilicher Gewalt bekannt. Viele Videos wurden veröffentlicht, die uns ebenso erschütterten.

Unsere Stellungnahme

Dieser grausame Angriff beweist wieder einmal, dass Rassismus und rassistische Angriffe (sei es seitens der Polizei oder anderen Ämtern) überall dort allgegenwärtig sind, wo Segregation kein Fremdwort ist.Gewalt gegen Migranten, Asylberechtigten, „Ausländern“; rassistische Hetze im Internet und in den Medien; Rassismus im Alltag; die Liste kann noch sehr lange fortgeführt werden. All das zeigt, dass der, vom Kapitalismus geprägte, Rassismus in unserer profitorientierten Gesellschaft nur dazu dienen, uns zu spalten und gegen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen wirken.